Für das Wort und die Freiheit

10.12.2019

Lesung zum Tag der Menschenrechte in Worms

Der Worms Verlag, welcher auch Mitglied der IG Meinungsfreiheit des Börsenvereins ist, hat wie bereits schon in 2018 eine Lesung zum Tag der Menschenrechte veranstaltet. In diesem Jahr waren Lina Atfah und Larissa Bender zu Gast. Larissa Bender ist eine der bekanntesten Übersetzerinnen arabischer Literatur ins Deutsche und engagiert sich auch in der Flüchtlingshilfe, indem sie Schreibwerkstätten für arabische Flüchtlinge durchführt. 2018 erhielt sie für ihr Engagement im deutsch-arabischen Kulturaustausch das Bundesverdienstkreuz. In Worms las sie aus ihrer Übersetzung „Das Schneckenhaus“ von Mustafa Khalifa, erschienen im Weidle Verlag. Khalifa war von 1982 bis 1994 ohne Anklage oder Prozess in syrischen Gefängnissen inhaftiert. „Das Schneckenhaus“ spielte eine wesentliche Rolle beim Beginn der syrischen Revolution. Die syrische Lyrikerin Lina Atfah wurde 2006 beschuldigt, Gotteslästerung begangen und den Staat beleidigt zu haben und kam 2014 über den Libanon nach Deutschland. Ihr Gedichtband „Das Buch von der fehlenden Ankunft“ ist im Pendragon Verlag erschienen. Die diesjährige Veranstaltung stand somit im Focus der aktuellen Situation in Syrien, und wurde durch Schilderungen des Kurden Ali, welcher über die jüngsten Übergriffe der Türkei auf Syrien berichtete, ergänzt. Diese aktuelle Berichterstattung erfolgte durch die Vermittlung des in Worms tätigen „Helferkreis Asyl“, deren Vorsitzende Angelika Wahl, gerne der Anfrage nach Kooperation durch den Worms Verlag nachgekommen war. Neben der Lesung innerhalb der Regionalbuchtage 2019 mit Mithu S. Sanyal aus der Anthologie „Eure Heimat ist unser Alptraum“, erschienen im Ullstein Verlag, war die Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte das zweite durch das PEN ZENTRUM Deutschland geförderte Event des Jahres in Worms. In der Wormser Zeitung erschien ein Nachbericht zur gelungenen Veranstaltung (s. hier).