Für das Wort und die Freiheit

Engagiert euch!

Verfolgte Verleger und Buchhändler mit Protest- und Solidaritätsschreiben unterstützen

Diskutieren LBM
Katja Böhne, Nina George, Alexander Skipis, Philip Husemann (v.l.) reden über die Debatten(un)kultur © Tobias Bohm
Europa LBM
Terry Reintke, Alexander Skipis, Esra Küςük, Radka Denemarková und Peter Kraus vom Kleff diskutieren über die Zukunft Europas © Tobias Bohm

22.03.2019

Diskussionen zur Debattenkultur und zur Zukunft Europas auf der Leipziger Buchmesse

Auf der Leipziger Buchmesse 2019 hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zwei Diskussionen zum Thema Debattenkultur und zur Zukunft Europas organisiert. Gemeinsam mit dem Berufsverband Bibliothek Information (BIB) und der Frankfurter Buchmesse hat der Börsenverein am ersten Messetag das Panel "Extrem gut diskutieren?" veranstaltet. Katja Böhne von der Frankfurter Buchmesse moderierte das Gespräch zwischen der Autorin Nina George (Mitglied im Präsidium von PEN Deutschland), Philip Husemann (Geschäftsführer der Initiative Offene Gesellschaft) und Alexander Skipis (Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins). Darin ging es um die gegenwärtige Debatten(un)kultur, den Umgang mit extremen Meinungen und Hass im öffentlichen Raum und um Wege, den demokratischen Diskurs und die Zivilgesellschaft in Deutschland zu stärken. Laut Alexander Skipis bestünde gerade für Buchhandlungen eine große Chance darin, sich als Ort der inhaltlichen Auseinandersetzung im öffentlichen Raum stärker zu etablieren. Die Menschen seien auf der Suche nach analogen Räumen der Debatte. Diesem Bedürfnis könnten Buchhändlerinnen und Buchhändler dadurch begegnen, dass sie Diskussionsveranstaltungen zu den Themen organisieren, die ihre Kunden und die Gesellschaft als Ganze bewegen.

Im Laufe des Tages fand dann die Diskussion "Welches Europa wollen wir?" statt, welche der Börsenverein in Kooperation mit der Allianz Kulturstiftung organisiert hat. Unter der Moderation von Esra Küçük (Geschäftsführerin der Allianz Kulturstiftung) diskutierten die tschechische Schriftstellerin Radka Denemarková, der Geschäftsführer des Rowohlt Verlags Peter Kraus vom Cleff, die Abgeordnete des Europäischen Parlaments Terry Reintke (Die Grünen) und Alexander Skipis über die Zukunft der europäischen Gemeinschaft. Unter großem Beifall aus dem Publikum sprachen sich alle Teilnehmer dafür aus, dass die Europäische Union mehr als eine Wirtschaftsunion sein müsse, nämlich eine Wertegemeinschaft. Die Politiker, aber gerade auch alle Bürgerinnen und Bürger müssten für die Menschenrechte und die freiheitlich-demokratische Gesellschaft eintreten. Ein relativ einfacher Weg bietet dabei der Gang zur Urne der EU-Parlementswahl am 26. Mai. Ein weiterer, komplizierterer Aspekt ist aber auch die persönliche Meinungsbildung, bei der es laut Peter Kraus vom Cleff unerlässlich ist, sich auch mit Meinungen auseinanderzusetzen, mit denen man selbst nicht übereinstimmt. Alexander Skipis wünschte sich von den Europa-Politikern mehr Gefühl für die Herzen der Menschen, die es etwa nicht Weise verstünden, wieso die rechtsnationale ungarische Fidesz-Partei unter Viktor Orbán weiterhin Teil der Europäischen Volkspartei (EVP) bleiben soll. Zum Schluss wünschte sich Terry Reintke, dass sich Europa in Zukunft mehr an dem Leitspruch der EU orientiert: "Vielfalt in Einheit".